Deflation

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Deflation im traditionellen Sinne
Unter Deflation im traditionellen Sinne versteht man ein anhaltendes Sinken des Preisniveaus, verbunden mit zunehmender Arbeitslosigkeit und einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Depression.

Ursachen der Deflation im traditionellen Sinne
Kürzung der Staatsausgaben (z. B. Um die in den Vorjahren entstandenen Haushaltsdefizite auszugleichen).
Pessimistische Zukunftserwartungen der Wirtschaftssubjekten die z. B. durch Sparmaßnahmen des Staates oder politische Instabilität ausgelöst
werden können. Die Folgen sind Kaufzurückhaltung (überhöhtes Sparen) fehlende Investitionsneigung der Unternehmen und sinkende Umlaufgeschwindigkeit des Geldes.

Wirkung der Deflation im traditionellen Sinne
Die Deflation im traditionellen (althergebrachten) Sinne ist das "Gegenteil" der Inflation. Die Preise sinken (die Kaufkraft steigt). Sinkendes Preisniveau bewirkt, dass Unternehmen und private Haushalte mit ihren Käufen eine abwartende Haltung einnehmen, weil sie weiter sinkende Preise erwarten. Sie sparen, Arbeitsplätze gehen verloren, die Einkommen sinken.

Wesen der heutigen Deflation
Deflationen im traditionellen Sinne sind heute unwahrscheinlich, weil die so genannten institutionellen Starrheiten (wie z. B. Mindestlöhne, einkommens-bzw. gewinnunabhängige Steuern, langfristig vereinbarte Miet-und Pachtzinsen, langfristige Lieferverträge, gesetzlich festgelegte Staatsausgaben usw… ) ein drastisches Sinken des Preisniveaus verhindern. Nachfragerückgängige bewirken deshalb außer auf bestimmte Teilmärkte in erster Linie einen Rückgang der Beschäftigung (d. h. zunehmende Arbeitslosigkeit) Inflationsrate oder bei Preisniveaustabilität.