Factoringvertrag

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Ein Factoringvertrag ist ein Vertrag zwischen einem Unternehmer und einem Factor (Bank oder Gesellschaft). Er ist eine Zwischenform zwischen Kauf, Kreditgeschäft und Geschäftsbesorgung. Der Unternehmer tritt dem Factor die gesamten (künftigen) Forderungen gegen seine Kunden ab. Dieser schreibt den Gegenwert der abgetretenen Forderungen unter Abzug der Provision dem Unternehmer gut, führt die Debitorenkonten des Unternehmers und zieht die Forderungen bei ihrer Fälligkeit ein.

Arten
Echtes Facotring
     • Es handelt sich bei dieser Vertragsgestaltung in Wirklichkeit um einen Forderungskauf ( §§433/453 BGB ). So wie man eine Sache kaufen
       kann, kann man ja auch eine Forderung käuflich erwerben.
Unechtes Facotring
     • Hier trägt der Unternehmer das Ausfallrisiko. Hier wird dann die zeitweilige Gutschrift auf dem Konto des Unternehmers rückblickend in
       Wirklichkeit ein vorübergehendes Darlehen.

Funktionen
Finanzierungsfunktion
     • Der Unternehmer erhält sogleich nach Rechnungsstellung den Rechnungsbetrag.
Delkrederefunktion
     • Übernahme des Risikos von Forderungsausfällen beim echten Facotring.
Dienstleistungsfunktion
     • Führung der Debitorenbuchhaltung = Entlastung von Buchführungsarbeiten und Forderungsüberwachung.
     • Mahn-und Inkassowesen (Eintreibung der Außenstände).

Vorteile
• Mögliche vorzeitige Bezahlung der Eigenverbindlichkeiten
• Einsparung der Kosten für Buchführung und Mahnwesen
• Kein bzw. eingeschränktes Risiko
• Verbesserung der Liquidität

Nachteile
Schematische Eintreibung der Forderungen durch die Factoring-Bank kann zu Verärgerung der Kunden führen.

Abtretungsverbot
Der Kunde kann mit dem Unternehmer ein Abtretungsverbot vereinbaren. Der Kunde hat so den Vorteil, dass ihm nicht ein anderer als der ursprüngliche Gläubiger "aufgedrückt" werden kann.