Akkordlöhne

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Voraussetzungen
1. Arbeitsbedingungen und Arbeitsablauf müssen vorherbestimmbar sein. Es sind menschengerechte Arbeitsgestaltungen mit wiederholten
    Arbeitsabläufen, für Akkordarbeiten geeignete Arbeitspersonen, hinreichend ausgestaltete Arbeitssysteme und Organisationsstrukturen, die keine
    wesentlichen Störungen im Arbeitsfluss zulassen, erforderlich.
2. Die Vorgabezeiten müssen reproduzierbar sein. Sie müssen Mindestanforderungen der Reproduzierbarkeit und statistischen Zuverlässigkeit
    erfüllen.
3. Die Mengenleistung muss für den Menschen beeinflussbar sein. Wenn wesentliche Anteile des Arbeitstakts durch externe Einflüsse vorherbestimmt
    sind, dann ist die Arbeit nicht akkordfähig.

Arten
• Der Einzelakkordlohn ist der Lohn auf Basis einer Einzelperson.
• Der Gruppenakkordlohn ist entsprechend für das Leistungsergebnis einer Gruppe.
• Der reine Akkordlohn besitzt ausschließlich eine leistungsorientierte Komponente.
• Proportionaler Akkordlohn bedeutet, dass ein konstanter Lohn pro Einheit gezahlt wird.
• Beim gemischten Akkordlohn gibt es eine Zeitlohnkomponente und einen Akkordzuschlag.

Akkordrichtsatz
Der Akkordlohn besteht meist aus zwei Teilen: einem Grundlohn und einem Akkordzuschlag. Beide Teile zusammen ergeben den so genannten Akkordrichtsatz.

Stück-/Geldakkord
Beim Stück-oder Geldakkord wird zunächst der Geldbetrag für das Erbringen einer Arbeitseinheit ermittelt, d. h. der so genannte Akkordsatz. Dazu wird der Akkordrichtsatz durch die Anzahl der Leistungseinheiten bei Normalzeit geteilt. Multipliziert man den Akkordsatz mit den erstellten Leistungseinheiten, erhält man den Akkordlohn.

Zeitakkord
Grundlage ist die Bestimmung von normalisierten Bearbeitungszeiten (meist in Minuten) pro Leistungseinheit. Die Anzahl der erstellten Leistungseinheiten wird mit dieser Normalzeit multipliziert. Die so erhaltenen Zeiten werden mit dem auf Minuten umgerechneten Akkordrichtsatz multipliziert.

Vorteile
• Die Vorgabezeiten können auch zur Kalkulation und Produktionsplanung genutzt werden.
• Mit der Ermittlung der Vorgabezeit ist eine möglichst optimale Gestaltung des Arbeitsablaufs verbunden.
• Wegen des einfachen Zusammenhangs zwischen Leistung und Entgelt wird ein starker Leistungsanreiz gesehen.

Nachteile
• Es sind umfangreiche Vorarbeiten zur Ermittlung der Vorgabezeiten notwendig.
• Es besteht die Gefahr, dass Mengenleistung zu Lasten der Qualität erbracht wird.
• Erkannte Verbesserungen wird der Mitarbeiter für sich behalten und allein zur Sicherung seines Akkordes nutzen.
• Werden Erholungen notwendig, besteht das Risiko, dass der Mitarbeiter bewusst Störungen herbeiführt, damit die Erholung während der
   Instandsetzung erfolgen kann.